Lang ... Länger ... Ultralang: "OL-Marathon" in den Sandsteinfelsen
Bayerns Orientierer feiern Erfolge bei den Deutschen Bestenkämpfen über die Ultralangdistanz in der Sächsischen Schweiz.
Die längste Orientierungslauf-Disziplin, die Ultralangdistanz, hat auf der Bundesebene ihren festen Platz zu Beginn der Saison. Bei den Deutschen Bestenkämpfen über den "langen Kanten" zeigt sich, wer ein gutes konditionelles Wintertraining absolviert hat. Bei der diesjährigen Ultralangdistanz im sächsischen Bad Schandau stellten Bayerns Orientierer unter Beweis, dass sie hier wahrlich nicht untätig waren: ein Titel und drei dritte Plätze lautet die hervorragende Bilanz der weiß-blauen OL-Sportler.
Die rund 500 Teilnehmer erwartete rund um den Austragungsort Papstdorf ein anspruchsvolles wie atemberaubendes Gelände in den Sandsteinfelsen des Nationalparks Sächsische Schweiz. Die Titel in den Elite- und Juniorenkategorien wurden traditionell im Massenstartverfahren vergeben. Die Herreneliteläufer hatten knapp 20 Kilometer mit über 700 Höhenmeter zu bewältigen, jedoch ohne bayerische Beteiligung. Das Wetter präsentierte sich leider recht kühl mit einzelnen Hagelschauern.
Für das bayerische Top-Resultat des Tages sorgte Riccardo Casanova (OLG Regensburg), der sich nach seinem Kategorienaufstieg in die H 15-16 gleich den nationalen Bestentitel holte. Auch die übrigen bayerischen Nachwuchsläufer präsentierten sich in guter Verfassung: Isabel Seeger (Baiersdorfer SV) lief in D 17-18 auf den dritten Platz, unmittelbar gefolgt von Linda Indola (OLG Regensburg), die ebenso undankbare Vierte wurde wie ihre Vereinskameradin Marei Lehner in D 15-16. Ebenfalls in Reichweite der Spitze landeten die Regensburger Quirin Lehner und Lukas Janischowsky als Fünfter und Sechster in H 17-18, sowie Korbinian Lehner als Fünfter in H 19-20.
Bei den Senioren konnten vor allem Katja-Christine Böhme (OLG Regensburg) in D 40 und Rudolf Lorenz (OLA TSV Deggendorf) in H 75 überzeugen: beide schafften es als Drittplatzierte aufs Podium. Doch auch in den Rahmenklassen waren Bayerns Orientierer erfolgreich. Josephine Greiner (OC München) gewann in D 19 A Kurz, Ole Magnus Baath (TSV Jetzendorf) siegte in H 11-12 und Daniel Cionoiu (TV 1894 Coburg-Neuses) in H -10 und Valtteri Kolehmainen (OLG Regensburg) in H 21 A Lang wurden jeweils Dritter.
Am Folgetag fand im selben Gelände noch ein Bundesranglistenlauf über die Mitteldistanz statt. Während am Vortag bei der Ultralangdistanz sehr zum Leidwesen mancher Läufer wenig große Routenwahlen - eigentlich das Markenzeichen dieser Wettkampfform - verwendet worden waren, nutzten die Organisatoren vom ESV Lok Bad Schandau nun das beeindruckende Felsengelände besser und präsentierten anspruchsvolle Mitteldistanz-Bahnen. Auch das Wetter war deutlich angenehmer als am Vortag: Sonne und milde Temperaturen verwöhnten die Teilnehmer.
Riccardo Casanova sicherte sich in H 15-16 den zweiten Sieg des Wochenendes, jedoch mit nur einer einzigen Sekunde Vorsprung. In der Damenelite schaffte Josephine Greiner mit einem starken Lauf den Sprung auf Rang zwei. Isabel Seeger als Dritte in D 17-18, Lukas Janischowsky und Quirin Lehner als Zweiter und Dritter in H 17-18, sowie Rudolf Lorenz als Dritter in H 75 liefen ebenfalls aufs Podest, das wiederum Marei Lehner in D 15-16, Mareike Seeger (Baiersdorfer SV) in D 17-18 und Philipp Schwarck (OLG Regensburg) in H 15-16 mit drei undankbaren vierten Plätzen knapp verpassten. Siegreich war hingegen auch Daniel Cionoiu in der jüngsten Kategorie H -10.
